Thailands Gesellschaft,
thailändische Familienstrukturen, korrekte Begrüßungen
/ der Wai, Freizeit Thailand &
Thailands Küche: Alles über Essen, Getränke, Gewürze,
Obst und die Situation für Vegetarier in Thailand.
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Gesellschaft,
Familienstrukturen & Essen in Thailand
- Thailand Informationen
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(Thai-Gerichte an einem Essenstand in Bangkok)
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Die thailändische Gesellschaft
Thailand ist eine hierarchische Gesellschaft, in der Dank
des Glaubens an das Karma der soziale Status der Menschen
unangetastet bleibt. Hat eine Person eine hohe gesellschaftliche
Stellung, hat sie sich diese in ihren früheren Leben
erworben. Der hoch Gestellte hat für seine ihm Untergebenen
(bspw. seine Arbeiter oder Angestellten) und seine weniger
begüterte Verwandtschaft zu sorgen. Im Gegenzug erfährt
er Respekt, Gehorsam, Dankbarkeit und Loyalität.
Der gesellschaftliche Status und das Alter ist für das
Verhalten der Thais untereinander entscheidend. Grundsätzlich
wird der ältesten oder der sozial am höchsten stehenden
Person der größte Respekt entgegen gebracht. Viele
Details im Verhalten gegenüber anderen hängt vom
gesellschaftlichen Status und/oder vom Alter der anwesenden
Personen ab.
Dies spiegelt sich in der Familie, im Bekanntenkreis und im
Berufsleben wider. Auch erklärt es die Autoritätsgläubigkeit,
Vetternwirtschaft und die teilweise undemokratischen Strukturen
der thailändischen Gesellschaft. So ist jeder Thai bemüht,
ein großes harmonisches Beziehungsnetz zu knüpfen.
Bspw. werden höher Gestellte nicht übermäßig
belästigt, denn dadurch könnte die Beziehung zerstört
werden, die irgendwann wichtig werden könnte. Auch spielt
das überaus große Bedürfnis nach Harmonie
und Konfliktvermeidung eine große Rolle. "Djai-yen"
- ruhig bleiben - (wörtlich: "Herz-kalt")
ist eines der wichtigsten "Gebote" in Thailand.
Dinge, die unveränderlich sind, werden als solche hingenommen,
aufregen ändert nichts – was man nicht ändern
kann, wird akzeptiert! "Mai pen rai" - macht nichts
– wird jeder Thailand-Urlauber des öfteren zu hören
bekommen.
Auch das berühmte Lächeln der Thailänder ist
probates Mittel zur Konfliktvermeidung: Tu du mir nichts,
ich tu dir auch nichts". Ein Lächeln bringt oft
mehr als eine langwierige Entschuldigung. Wer auf Fragen keine
Antwort hat oder nicht kritisieren will, schweigt und lächelt.
Selbst im thailändischen Parlament wurde diese Verhaltensweise
schon beobachtet. Da wir Farangs (westlicher Ausländer)
außerhalb des gesellschaftlichen thailändischen
Beziehungsnetzes stehen, die Beziehungen zu Thais meist kurzfristiger
und auch oft materieller Natur sind, dürfen wir keine
große Loyalität erwarten. Zwar wird uns ein gewisser
Respekt gezollt, schon aufgrund unseres Wohlstands der mit
einem guten Karma einhergeht, aber im Zweifelsfall wird verständlicherweise
den Landsleuten die größere Loyalität entgegen
gebracht.
Thailändische Familienstrukturen
In Thailand besteht in der Familie ein wesentlich engerer
Zusammenhalt als in unserer westlichen Kultur. Oft leben mehrere
Generationen unter einem Dach. Bspw. wird das Haus der Eltern
normalerweise an die jüngste Tochter vererbt, die im
Gegenzug mit ihrem Ehemann ihre Eltern bei sich aufnehmen,
wenn diese älter sind.
Der älteste Mann der thailändischen Familie ist
Familienoberhaupt, nach dessen Entscheidungen sich die anderen
Familienangehörigen zu richten haben.
In Bangkok gleicht sich das Alltagsleben der Menschen zwar
immer mehr und mehr dem der westlichen Industrienationen an,
aber auf dem Land bestehen die alten Traditionen fast unverändert
fort.
Traditionell muss ein thailändischer Mann, bevor er sich
verloben darf, die gesamte Familie seiner Braut kennen lernen
und deren Zustimmung erhalten. Erst dann kann er ihre Eltern
um die Hand ihrer Tochter bitten. Sind beide Familien damit
einverstanden, wird der Hochzeitstermin festgelegt. Allerdings
wird das Hochzeitsdatum meist so weit aufgeschoben, bis der
Bräutigam seine Ausbildung beendet hat.
Die Eltern der Braut bekommen vom Bräutigam Brautgeld,
eine Art der "Entschädigung" für die
Erziehung, das aus Naturalien oder aus Geld besteht. Des öfteren
wird dieses am Hochzeitstag dem Brautpaar zurück gegeben.
Auf dem Land leben die frisch Vermählten oft noch bei
den Eltern, bis sie das erste Kind bekommen.
Begrüßung in Thailand - Der Wai
Obwohl sich in hailändischen Geschäfts- und Regierungskreisent
mittlerweile der Handschlag durchgesetzt hat, ist die traditionelle
Begrüßung in Thailand nach wie vor der Wai. Die
Handhabung eines "richtigen" Wais ist für
uns Farangs nicht einfach zu verstehen, da er von der Beziehung
der Menschen zueinander abhängig ist. Der Wai ist als
ein überaus wichtiges Zeichen der gegenseitigen Respektsbezollung
zu verstehen.
Im Normalfall werden die Handflächen mit ausgestreckten
Fingern in Brusthöhe gegeneinander gehalten, die Daumen
zeigen zum Körper. Zudem verneigt man sich leicht. Der
Jüngere bzw. derjenige, der den geringeren sozialen Status
inne hat, grüßt immer zuerst, der Ältere oder
Höhergestellte antwortet mit einem niedereren Wai: Die
Handflächen werden hierbei etwas tiefer vor der Brust
gehalten, als es der Jüngere/niedriger Gestellte tut.
Die Höhe der Handflächen ist das entscheidende Kriterium
für den Respekt, der dem Gegenüber entgegen gebracht
wird: Je höher, desto mehr Respekt wird bezeugt!
So wird kein Thai gegenüber Kindern, Hausangestellten
oder Bettlern einen Wai zur Begrüßung oder zur
Verabschiedung anwenden.
Nur gegenüber Mitliedern der Königsfamilie, Mönchen
oder als Ehrerbietung für Buddha werden die Fingerspitzen
über die Augenbrauen gehalten. Werden hoch stehende Personen
begrüßt, können die Fingerspitzen zwischen
die Augenbrauen gehalten werden, die Daumen können hierbei
die Nasenspitze berühren. Als Regeln kann man folgendes
festhalten:
Gegenüber niedriger Gestellten: Daumen etwa in Brusthöhe.
Gegenüber Gleichgestellten: Daumen etwa in Kinnhöhe.
Gegenüber höher Gestellten und Älteren: Daumen
auf Höhe der Unterlippe.
Gegenüber sehr hoch Gestellten: Daumen auf Höhe
der Nasenspitze.
Gegenüber Mönchen (und Mitgliedern der Königsfamilie,
die einem allerdings auch bei einem längeren Besuch in
Thailand nur sehr selten begegnen werden ...): Daumen auf
Höhe der Augenbrauen.
Bei den einhergehenden Verbeugungen gilt dasselbe: Je tiefer,
desto höher der Respekt gegenüber dem Gegenüber.
Ein Wai wird immer erwidert, außer, es besteht ein sehr
großer gesellschaftlicher oder Altersunterschied zwischen
den beiden Personen. Dann lässt der höher Gestellte
oder Ältere den Wai unerwidert. Ebenfalls wird der Wai
von Buddhistischen Mönchen (und selbstverständlich
von Mitgliedern der Königsfamilie) grundsätzlich
nicht erwidert!
Außer als Begrüßung, kann der auch als
Dank, Verabschiedung oder als Entschuldigung angewendet werden.
Freizeit in Thailand
Fußball ist wohl die beliebteste Sportart Thailands.
Aber auch Badminton, Basketball, Tischtennis und Volleyball
sind sehr beliebt. Vor allem sieht man überall Menschen
Takro spielen. Bei diesem, in vielen Ländern Asiens sehr
beliebten Spiel, stehen sich 2 Mannschaften aus jeweils 3
Spielern gegenüber und versuchen, einen aus Korbgeflecht
hergestellten Ball über das in der Mitte der beiden Spielhälften
befindliche Netz zu spielen. Der Ball darf den Boden nicht
berühren und muss ohne Zuhilfenahme der Hände über
das Netz gespielt werden.
Neben Fußball und Takro sind Kampfsportarten sehr beliebt,
vor allem natürlich Muay Thai, das traditionelle Thaiboxen.
Kinobesuche, aber auch Drachensteigen und thailändisches
Schach, das nach speziellen Regeln und ohne Dame gespielt
wird, erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit.
Thailands Küche
- Allgemeines zur Thai-Küche
Thailand ist bekannt für eine der besten und reichhaltigsten
Küchen der Welt. Sie ähnelt der chinesischen Küche,
hat aber auch Malaiische und Indische Einflüsse.
Im Gegensatz zur abendländischen Kultur, wird in Thailand
bei der Auswahl der Gerichte kein Unterschied zwischen Frühstück,
Mittag- oder Abendessen gemacht. Reis, das Grundnahrungsmittel
Thailands, wird zu fast jeder Mahlzeit gereicht. So heißt
essen im thailändischen gkin-khaao (essen Reis), Gerichte
werden gkap-khaao genannt (mit Reis).
In den Restaurants, Hotels und Bungalow-Anlagen der Touristenregionen Thailands
ist aber überall westliches Frühstück ebenso
wie europäische Mahlzeiten erhältlich.
- Das thailändische Essen
Gegessen wird normalerweise mit Löffel und Gabel, nur
sehr selten werden Messer gereicht. Das Essen wird mit der
Gabel, die links gehalten wird, auf den Löffel geschoben.
Im Nordosten (Isaan) und Norden Thailands wird sehr oft Klebreis
(khaao-niiau - Sticky-Rice) gereicht, der mit den Fingern
der rechten (!) Hand in kleine Klumpen zerteilt wird, die
dann in die Saucen getunkt werden.
Stäbchen werden außer in chinesischen Restaurants
nur zu Suppe gereicht. Diese dienen dazu, Nudeln, Fleisch,
Gemüse etc. entweder auf den kurzen Suppenlöffel
zu schieben oder diese direkt in den Mund zu befördern.
Neben Reis werden Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, vielfältige
Gemüsearten und Obstsorten serviert. Die Gewürzpalette
ist vielfältig und beinhaltet unter anderem Knoblauch,
Koriander, Tamarinde, Zucker, Zitronengras, Fischsaucen und
-pasten, Kokosmilch und Chilis. Oft wird zu den Gerichten
die traditionelle Naam Phrik gereicht, die aus salziger Fischsauce,
Limonensaft, Knoblauch, Sojasauce und kleingeschnittenen Chilis
besteht. Ansonsten würzt man sein Essen gegebenenfalls
selbst nach, was in Thailand vor allem bei Suppen normal ist.
Auf den Tischen stehen daher meist Gewürzbehälter,
die zumindest rotes, getrocknetes Chili-Pulver, Fischsauce,
Zucker und Essig enthalten.
In den Touristen-Zentren, zu denen Koh Chang zu rechnen ist,
besteht auch fast überall die Möglichkeit, sich
ab und zu mit europäischem Essen verwöhnen zu lassen.
Allerdings zu relativ hohen Preisen, da viele der Zutaten
importiert werden müssen.
- Snacks und Süßspeisen der thailändischen Küche
Auch bietet die thailändische Küche vielfältige
Snacks und Süßspeisen, die den Hunger zwischendurch
zu einer wahren Freude werden lassen. Nicht nur frittierte
Teigtaschen, getrocknete Tintenfische oder gegrillte Fleischspieße
erfreuen sich großer Beliebtheit, auch eine Vielzahl
verschiedenartig gefüllter kleiner Kuchen, gegrillte
Bananen, frittierte Ananas und vieles mehr, lassen Thailand
zu einem wahren Schlemmerparadies werden.
- Die Früchte Thailands
Obst gibt es in Thailand in Hülle und Fülle, vor
allem Bananen, Papayas, Wassermelonen und Kokosnüsse
sind fast immer überall erhältlich. Je nach Jahreszeit
gibt es aber auch Äpfel, Ananas, Durian, Mangos, Erdbeeren,
Jackbaumfrüchte, Lansant, Litschipflaumen, Mangostan,
Pomelos, Rambutan, süße Tamarinden und vieles mehr.
- Thailändische Getränke
Neben Wasser, Tee und Kaffee werden viele andere alkoholfreie
Getränke konsumiert. Sodawasser und nahezu alle westlichen
Softdrinks sind ebenso wie Fruchtsäfte und -shakes, Milch
und Sojamilch erhältlich.
Neben dem thailändischen
Whiskey "Mekhong" und dem Rum
"Sang Som", wird das einheimische Singha-Beer überall
angeboten. Das Chang-Bier erfreut sich immer größerer
Beliebtheit und auch europäische Biere wie Carlsberg
oder Heineken sind in nahezu allen Restaurants und Supermärkten
erhältlich.
In vielen Bars und Restaurants kann man Wein, westliche Spirituosen,
Longdrinks und Cocktails konsumieren, die allerdings im Vergleich
zu den lokalen Spirituosen sehr teuer sind.
- Vegetarier in Thailand
Vegetarier
haben es in Thailand
nicht immer ganz einfach, da traditionell in fast allen thailändischen
Gerichten entweder Fleisch
oder Meeresfrüchte enthalten sind.
Viele Restaurants
bieten aber zumeist Tofu
als Ersatz an oder kochen auf Wunsch fleisch-
und fischfrei. Und zur Not ist ein "Fried-Rice-Vegetable"
überall zu haben. |
Quellen: U.a. Microsoft Encarta Weltatlas 2001, Data Becker
Lexikon 2002, Kauderwelsch Band 19 - "Thai Wort für
Wort" von Martin Luttherjohann. |
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